Halbzeit über der Bodenlinie

Wefensleben, den 19.11.2016

Der Abriss der Schule in Wefensleben ist zügig vorangekommen. Ende des Monats wird der komplette Oberbau abgebrochen sein.

 

Brachial und doch filigran tut der Abrissbagger sein Werk. Keine Zeit für Sentimentalitäten, präzise und rasant greift der hydraulisch geführte Arm unentwegt zu, verbeißt sich in Etagenböden, packt Betonträger und schiebt in zehn Metern Höhe Dachplatten hin und her, als handelte es sich um Lego-Spielzeug.

Das Zusammenspiel von Mensch und Technik ist ein durchaus faszinierender Anblick, bei dem schnell deutlich wird: Der Mann in der Kanzel versteht sein Handwerk. So gut, dass er die eisernen Baggerlöffel gezielt auf einzelne Elemente in den offenen Stockwerken der Ruine ansetzt, sie mit Fingerspitzengefühl umfasst und dann direkt über dem jeweiligen Schutthaufen für Beton, Schaumstoff oder Sonstiges entlädt. Mülltrennung im großen Stil sozusagen.

 

Kellerabriss wird mehr Zeit brauchen

In gut einer Woche dürfte sich der größte Staub an der Bahnhofstraße gelegt haben. „Der Fortschritt der Abbrucharbeiten oberhalb der Bodenlinie ist im Rahmen der Bauberatung in dieser Woche als sehr zufriedenstellend bewertet worden“, sagte Bürgermeisterin Ulla Krolop am Donnerstag. „Wer noch Fotos vom stehenden Rest der Schule machen möchte, sollte sich ranhalten. Ende nächster, spätestens Anfang übernächster Woche ist der Oberbau verschwunden. Die Fachleute haben sich dahingehend am Mittwoch jedenfalls sehr zuversichtlich geäußert.“

Sobald es die Beräumung des Geländes dann zulässt – alles in allem wird es um 10 000 Tonnen erleichtert –, geht es mit dem Abriss „unterirdisch“ weiter. „Das Haus ist ja voll unterkellert, dazu noch die Fundamente, die ebenfalls entfernt werden müssen. Das dürfte der deutlich zeitintensivere Teil des Abrisses sein“, so Krolop.

 

Foto: Unnachgiebig verbeißt sich der Baggerarm in Putz, Beton und Mauerwerk – gewaltig und doch präzise unter teils filigraner Vorgehensweise.

 

Text und Foto: Ronny Schoof - Volksstimme

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Halbzeit über der Bodenlinie